Schulchronik

Schule in Gehrde

1625: Seit mindestens 1625 gab es in Gehrde einen Schulmeister, der Unterricht anbot.

1670: Einführung der Schulpflicht durch die Kirchenordnung.

1686: Die Gehrder Kirchenvorsteher kaufen einen abbruchreifen Schafstall aus Rieste.

1688: Der alte Schafstall wird am nördlichen Rande des Gehrder Kirchhofs als Gebäude der Kirchspielschule und Wohnung des künftigen Kantors wieder aufgebaut. Ernst Calmeyer wird als erster offizieller Schulmeister in Gehrde angestellt.

1782: Das baufällige alte Schulgebäude wird durch einen Neubauersetzt. um 1800 Zur Zeiten Kantor Vogelers waren ca. 300 Gehrder Kinder schulpflichtig. Alle Jahrgänge wurden auch damals noch zusammen in einem Raum unterrichtet. Zeit zum regelmäßigen Schulgang war aber allenfalls im Winter – wenn die Witterung es zuließ. Ansonsten waren die Kinder angehalten, zu Hause mitzuhelfen (Ernte, Vieh hüten usw.). Es war nicht selten, dass damals selbst Konfirmanden nur notdürftig schreiben und lesen konnten …

1822: Schaffung einer zweiten Lehrerstelle, die mit Küster Cramer besetzt wurde, und Einrichtung eines zweiten Klassenraums (1823). Um 1840 waren in Gehrde 450 Kinder schulpflichtig. um 1870 Bedingt durch die Auswanderung sank die Schülerzahl auf 260.

1874: Der neben dem Schulgebäude stehende „Fürsten Speicher“ wird angekauft, mit der Schule durch einen Gang verbunden und als 3. Klasse eingerichtet.

1882: Kantor Kohlbrügge beginnt mit der Führung der Schulchronik.

1908: Ein neues „Volksschulunterhaltungsgesetz“ tritt in Kraft. Für die Unterhaltung der Schulen sind nicht mehr die Kirchen sondern nunmehr die politischen Gemeinden zuständig. Zeugnishefte werden eingeführt.

1909: Einrichtung einer 4. Klasse im benachbarten Haus des Schmiedemeisters Soth.

1914: Abriss der alten Schulgebäude und Bau der heutigen Schule, die im Februar 1915 bezogen wurde.

1919: Bildung eines Elternrates in Gehrde.

1924: Einrichtung von „Brausebädern“ mit Handpumpenbetrieb in der Schule (geduscht wurde freitags und sonnabends).

1930: Technische Hilfsmittel bereichern fortan den Unterricht: Ein (Film)-Projektor und ein Radioapparat (1931) werden angeschafft.

ab 1933: Die Machtübernahme der Nationalsozialisten bleibt auch für die Gehrder Schule nicht folgenlos. Der bisherige Hauptlehrer Vor dem Berge wird 1935 versetzt. Sein Nachfolger Knüpling will (und wird) die Schule ideologisch „auf Vordermann bringen“. Das Schulgebäude erfährt eine umfangreiche technische Modernisierung.

1939: Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war der Schulbetrieb auch in Gehrde massiv gestört. Die Lehrer Neteler und Wallis wurden zum Wehrdienst einberufen, wenn auch zeitweise wieder freigestellt. Zeitweilig kam der Unterricht zum Erliegen.

1945: Nach Kriegsende normalisiert sich der Schulbetrieb nur langsam. Bedingt durch die im Kirchspiel aufgenommenen Vertriebenen steigt die Schülerzahl immens. Frl. Hahn und Frl. Dunkel halten zunächst Unterricht so gut es geht. 1946 bekommen sie Verstärkung von Herrn Kleiner (Schulleiter 1946-1950) und Herrn Streich. Herr Neteler (Schulleiter 1950-1963) und Herr Wallis können erst nach 1947 bzw. 1949 in den Schuldienst zurückkehren.

1959: Die der Schule angegliederte „ländliche Übungshalle“ (Turnhalle) wird eingeweiht.

1962: In Niedersachsen wird das 9. Schuljahr eingeführt. Wegen der geringen Schülerzahl bekommt Gehrde keine eigene 9. Klasse – die Schüler müssen nach Badbergen.

1963: Herr Fritzsche löst Herrn Neteler als Schulleiter ab. Grundlegende Renovierung der Gehrder Schule.

1969: Die Jahrgänge 5-8 der Gehrder Schule werden abgeschult. Aus der alten Volksschule wird eine Grundschule, weil die geringen Schülerzahlen eine Hauptschule in Gehrde nicht rechtfertigen würden.

1970: Frau Hahn übernimmt die Nachfolge von Herrn Fritzsche, der sich versetzen lässt.

1986: Frau Bültmann wird nach Pensionierung von Frau Hahn neue Schulleiterin.

1993: Steigende Schülerzahlen machen einen Ausbau der Schule notwendig. Sanierung des Dachstuhls und Ausbau des Bodenraums.

2002: Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages mit den Schulen in Widuchowa und Krzywin in Polen. Wesentliche Grundlage des Vertrages ist ein alljährlicher Schüleraustausch für SchülerInnen des 4. Jahrgangs.

2003: Frau Bültmann geht in den Ruhestand. Neue Schulleiterin wird Elisabeth Middelschulte.

2004: Bau eines neuen Spielgerätes auf dem Pausenhof durch die BBS Bersenbrück.

2005: Gründung eines Fördervereins für die VGS Gehrde.

2006: Einrichtung eines Kooperationskalenders zur intensiven Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule.

2006: Gründung des Fördervereins „Freundeskreis Schulpartnerschaft der VGS Gehrde“.

2007: Die Schulinspektion des Landes Niedersachsen bescheinigt der VGS Gehrde eine hervorragende qualitative Arbeit.

2007: Feier „Fünf Jahre Schulpartnerschaft Gehrde-Widuchowa“ in Gehrde.

2008: Das Erdgeschoss der ehemaligen  Lehrerwohnung wird gemäß den Vorschriften für Schulräume  umgebaut.
Der Werkraum bekommt  eine werkraumgemäße Ausstattung.
Eine kleine  Schulküche entsteht. Die Samtgemeinde als Schulträger finanziert die neuen Möbel und die Großgeräte. Der Förderverein spendiert die Grundausstattung.

2009: Naturnahe Umgestaltung des Pausenhofes u.a. zwecks gemeinsamer Nutzung eines Teiles des Pausenhofes als Vernetzungsfläche für KiTa- und Grundschulkinder.

2010: Energetische Renovierung des Schulgebäudes unter Anwendung von Konjunkturmaßnahmen des Bundes: Fassade mit Fenstern und Türen wird wieder im ursprünglichen Baustil hergestellt.

2010: Vollständige Neustrukturierung und Renovierung des Verwaltungstraktes. Weil sich die Mitarbeiterzahl auf 20 erhöht hat, wird insbesondere eine Vergrößerung des Lehrerzimmers notwendig.

2012: Die VGS wird Inklusionsschule und manifestiert dies in ihrem Leitbild.

2013: Feier „10 Jahre Schulpartnerschaft Gehrde-Widuchowa“ (2002-2012) in Polen.

2015: Fertigstellung und Übergabe der neuen Turnhalle in Passivhausstandardbauweise.

2015: Die alte Turnhalle wird zum Provisorium Pausenhalle. Eine Bühne und Bestuhlung werden der Schule geschenkt.  Weiteres wird über Eigenleistung und Spenden eingeworben. Elternrat und Förderverein unterstützen finanziell. Die Duschräume und Umkleiden werden entkernt und als Gruppenräume für die Inklusion ausgestattet.

2015: Beginn der Planung für den Anbau eines neuen Schultraktes mit Pausenhalle, Fach- und Gruppenräumen und einer Mensa für den Ganztagsbereich. Die Elternbefragung zum Ganztagsbedarf  läuft parallel.

2015/16: Ausschreibung eines Architekturwettbewerbes.

2016: Elisabeth Middelschulte geht in Pension. Neuer Schulleiter wird Frederik Wehrkamp zu Höne.